Personen

Manuela Sáenz (1797-1856). Die südamerikanische Unabhängigkeitskämpferin gilt vielen als die erste Feministin des Kontinents. Schon früh zeigt sie sich als eigenständige Persönlichkeit – so läuft sie mit 17 Jahren aus einem Kloster davon, um mit einem Offizier zusammen zu sein. Wenige Jahre später heiratet sie den viel älteren englischen Kaufmann James Thorne – das Ehepaar zieht von Manuelas ecuadorianischer Heimatstadt Quito ins peruanische Lima. Hier beginnt sie, sich in der Unabhängigkeitsbewegung zu engagieren – sie überbringt geheime Botschaften und Schriften und wird 1822 vom argentinischen Befreiungsgeneral San Martín mit dem Sonnenorden ausgezeichnet. Im gleichen Jahr lernt sie in Quito Simón Bolívar kennen, sie wird seine Geliebte und Beraterin. Für die damalige Zeit ist Manuela Sáenz eine ungewöhnlich selbstständige Frau – trotz ihrer Ehe mit Thorne steht sie öffentlich zu ihrem Verhältnis mit Bolívar und reist ihm auf eigene Faust hinterher. Als 1828 ein Attentat auf Bolívar verübt wird, rettet sie ihn und gilt bis heute als die „Befreierin des Befreiers“. Nach Bolívars Tod fällt sie in Ungnade und muss ins Exil. Am 23. November 1856 stirbt sie im peruanischen Paita an der Diphterie.

Simón Bolívar (1783-1830). Der Unabhängigkeitskämpfer gilt in vielen südamerikanischen Ländern als Befreier und Nationalheld. Geboren in eine der reichsten Familien der venezolanischen Oberschicht, erhält er eine an den Prinzipien der Aufklärung orientierte Ausbildung. Der Legende nach schwört Bolívar bereits 1805 auf dem Monte Sacro in Rom, Südamerika von der spanischen Kolonialherrschaft zu befreien. 1807 kehrt er in seine Heimat zurück. Als 1810 die Unabhängigkeitskämpfe auf dem Kontinent beginnen, steigt er rasch zum General des Befreiungsheeres auf. Militärische Mittel setzt er rücksichtslos ein: 1813 verkündet er den Krieg auf Leben und Tod („guerra  a muerte“) gegen die Spanier: „Jeder Spanier, ohne Ausnahme, der sich nicht gegen die Tyrannei erhebt, wird exekutiert.“ Erst 1824 werden die Kolonialherren endgültig geschlagen.
Die wichtigsten politischen Leitlinien Bolívars sind eine starke exekutive Macht des Präsidenten und die zentralistisch organisierte Einheit des südamerikanischen Kontinents. Diese Ziele kann er nicht durchsetzen, noch zu seinen Lebzeiten zerfällt das von ihm geschaffene Großkolumbien in die Teilstaaten Kolumbien, Venezuela und Ecuador; zwischen diesen Teilstaaten und den von Bolívar befreiten Ländern Peru und Bolivien kommt es zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Kurz nachdem er von allen Ämtern zurückgetreten ist, stirbt Bolívar am 17. Dezember 1830.

Francisco de Paula Santander (1792-1840) … war ein General in der Armee der Unabhängigkeitskämpfer und wurde 1821 Vizepräsident Großkolumbiens. Santander war anfangs eng mit Bolívar befreundet. Diese Freundschaft begann zu bröckeln, als Santander sich während eines Feldzuges weigerte, Bolívars Befehle auszuführen. Bolívar drohte ihm daraufhin mit Erschießung. Der Konflikt zwischen Bolívar und Santander gipfelte schließlich 1828, als sich Santander an einem Attentatsversuch gegen Bolívar beteiligte. Das Attentat schlug fehl, Bolívar verbannte Santander ins Exil nach Europa. Von dort kehrte Santander 1832, nach dem Tod Bolívars, zurück und wurde Präsident der Republik Neu-Granda.

José de San Martín (1778-1850) … war ein argentinischer General, der neben Simón Bolívar als einer der großen Befreier Lateinamerikas gilt. Er kämpfte im Süden des Kontinents gegen die spanischen Kolonialherren und wird (vor allem in Argentinien) als der bedeutendste Unabhängigkeitskämpfer verehrt.
1822 versuchte er in dem peruanischen Küstenort Guayaquil Simón Bolívar davon zu überzeugen, den Unabhängigkeitskampf gemeinsam fortzusetzen. Als ihm dies nicht gelang, zog er sich zurück – zuerst in seine Heimat Argentinien, später nach Europa.

Antonio José de Sucre (1795-1830) …  war ein südamerikanischer Freiheitskämpfer, engster Vertrauter Simón Bolívars und sein bester General. Er gewann für Bolívar mehrere wichtige Schlachten, unter anderem die Schlacht bei Ayacucho, bei der die spanischen Kolonialherren endgültig besiegt wurden. 1826 wurde Sucre Präsident der neu gegründeten Nation Bolivien. Bereits zwei Jahre später trat er aufgrund des starken Widerstandes des bolivianischen Volkes gegen seine Politik zurück. Am 4. Juni 1830 wurde Sucre auf dem Weg nach Quito in einem Hinterhalt ermordet.

James Thorne … war ein reicher, englischer Kaufmann und ab 1817 der Ehemann von Manuela Sáenz. Über Thorne ist wenig bekannt. Er soll etwa 20 Jahre älter als Manuela gewesen sein und weitreichende Geschäftsbeziehungen sowie gute Kontakte an den Hof des spanischen Vizekönigs von Peru gehabt haben. 1847 wird Thorne ermordet.

Jonotas … war Sklavin und Dienerin von Manuela Sáenz – und gleichzeitig, so heißt es, eine ihrer besten Freundinnen. Über Jonotas gibt es im Grunde nur Mutmaßungen: Die schwarze, große Frau habe oft Uniformen getragen, ein Talent dafür gehabt, die feinen Damen der Gesellschaft satirisch nachzuahmen und sie sei immer und überall an Manuelas Seite gewesen.

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