Folge Vier

…in der klare Verhältnisse geschaffen und große Pläne geschmiedet werden.

Hintergrund: Schon im jamaikanischen Exil (1815) entwirft Bolívar nach Niederlagen gegen die Spanier eine Strategie, um auch benachteiligte Bevölkerungsgruppen wie Indios und Sklaven für seinen Freiheitskampf zu gewinnen. In seiner Carte de Jamaica schreibt er: „Es scheint also, dass wir auf die Milde jener angewiesen sind, die weit mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausmachen.“ 1816 proklamiert Bolívar „die Freiheit der Sklaven, die unter dem spanischen Joch gestöhnt haben“ – sofern diese bereit sind, für die Unabhängigkeit zu kämpfen.
Auch in späteren Jahren nähert sich Bolívar den unteren Schichten des Kontinents an, die immerhin 80 Prozent der Bevölkerung ausmachen. So werden beispielsweise im Dezember 1825 in Bolivien die bisher gültigen indianischen Tributleistungen abgeschafft, auch das Land soll gerecht an die Bauern (und Indios) verteilt werden. Allerdings werden beide Erlässe schon ein Jahr später wieder rückgängig gemacht.
Das Verhältnis Bolívars zu Sklaven und Indios ist ambivalent – einerseits schafft er die Sklaverei ab, andererseits hatte er, als Sohn einer der reichsten Familien des Kontinents, auch Angst vor einer Herrschaft der ethnischen und sozialen Unterschichten.

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